Band Marketing
SellaBand kommt nach Deutschland
10.07.09 Finden Musiker hier Investoren?
Mit SellaBand.de kommt nun ein Konzept nach Deutschland, das international schon 2,5 Mio. US-Dollar für unabhängige Musiker bewegt hat. Die Idee ist es, Musiker und Fans zusammenzubringen, um beiden einen Vorteil zu verschaffen. Künstler können sich registrieren und ihre Musik vorstellen, die Fans in diese Projekt investieren. Wird die kritische Größe von 50.000 Euro überschritten, geht es für die entsprechenden Musiker ins Studio. Nach eigenen Angaben würde SellaBand dann alle Hebel in Bewegung setzen, um “nur die Besten der Musikbranche zu dem Projekt hinzu zuziehen”.
Im Detail kaufen die User sogenannte Parts im Wert von je 10,00 Euro. Je mehr Parts erworben werden, desto höher wird der Nutzer später an den Umsätzen des Albums beteiligt. Bis zu 0,5% an den Nettoverkaufserlösen und 2% der Musikverlagseinnahmen kann ein Vielkäufer (“Executive Producer” mit 1.000 Parts) erhalten. Bei kleineren Investitionen gehen immerhin limitierte Alben und Prämien an den User.
Insgesamt verbleiben 50% der gesamten Einnahmen bei den Künstlern, die frei von Plattenverträgen ein kreatives Album designen können – und die Möglichkeit zum großen Sprung bekommen. 31 Musiker aus 13 verschiedenen Ländern haben den Sprung über 50.000 Dollar geschafft, 18 Alben wurden herausgebracht. Außergewöhnlich hoch scheinen die Chancen demnach aber auch nicht zu sein.
Dennoch: Der Ansatz ist sehr spannend. Künstler können neue Fans finden und über diese beworben werden (Promo-Tools für MySpace & Co. stehen bereit). Auf der anderen Seite kann man ohne Risiko in unabhängige Bands investieren. Will man sein Geld zurück, so geht das ganz einfach per Klick.
In Deutschland steht den Gründern die renommierte MM MerchandisingMedia GmbH zur Seite. Pim Betist, Dagmar Heijmans und Johan Vosmeijer haben zuvor u.a. für Sony BMG, Heineken oder Shell gearbeitet.
via SellaBand, deutsche startups



















Auf den ersten Blick scheint SellABand (SaB) eine gute Sache zu sein. Fans können risikolos und günstig in eine Band investieren. Bands können eine CD aufnehmen, wenn sie genügend Kapital eingesammelt haben und werden am Verkaufserlös beteiligt.
Ich frage mich nur, wozu braucht SaB 50 000 Euro? Um eine CD zu produzieren und die Rechte zu verwalten? Das geht doch günstiger, oder?
Die Vermarktung sollen Believer und Band selbst machen, den Vertriebsweg übernimmt seit 2007 Amazon. SAB will nur die Besten und sichert sich alle Rechte über die Songs ohne ein Risiko einzugehen.
Ist das gewinnbringend? Es kann funktionieren. Doch ob das fair dem Musiker gegenüber ist mag ich bezweifeln.
Um meine Skepsis zu untermauern will ich auf Punkt 2 der Künstler AGB aufmerksam machen. Dort steht:
"Sobald ein Künstler offiziell die Zielsetzung erreicht hat, ist dieser
verpflichtet die Titelvereinbahrung sowie die Verlagsvereinbahrung mit
SellaBand zu unterzeichnen. Zudem muss er seine Aufnahmeverpflichtung
gemäß der Titelvereinbahrung mit SellaBand erfüllen. In der Titelvereinbarung
gewährt der Künstler darüber hinaus der Starwatch Music GmbH, Medienalle
9, 85447 Unterföhring ein exklusives Erstverhandlungsrecht über den
Abschluss eines Künstler- oder Bandübernahmevertrages über das exklusive
Recht zur Auswertung weiterer Aufnahmen des Künstlers."
Dafür entledigt sich SaB jeglichen Pflichten gegenüber dem Musiker. Sieht so gute Labelarbeit aus?
Musiker, die also mit dem Gedanken spielen, sich dort anzumelden sollten sich daher die rechtlichen Dinge genau durchlesen.
Wer sich weiter über das äusserst fragwürdige Geschäftsmodell informieren möchte, dem empfehle den Beitrag von Johnny Häusler.
http://www.spreeblick.com/2006/08/20/sell-a-band-indeed/
[...] Sellaband kommt nach Deutschland Das interessante Modell zur Vermarktung eigener Musik hält nun auch Einzug in Deutschland und macht einschlägigen Anbietern wie Feiyr oder Dooload Konkurrenz. [...]
Das Modell ist spannend, keine Frage. Natürlich muss es für beide Seiten fair sein. Es wäre mal eine Recherche wert welche Bands wirklich erfolgreich geworden sind und wie die Vertragslage dann aussah. Ich bin mit den T50 allerdings auch etwas skeptisch. Dafür, dass sie schon etwas länger m Markt sind finde ich die Zahl “31 Musiker” nicht überwältigend. Und: wie habe ich das zu verstehen, dass 50% der Einnahmen beim Musiker landen?
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