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myoon: YouTube sperrt Musik wegen GEMA

YouTube sperrt Musik wegen GEMA

02.04.09 Streit um Lizenzgebühren wird ernst

von Thomas Wagenknecht  kommentieren

Jörn hatte ja bereits auf die Thematik hingewiesen: YouTube sperrt in Deutschland im Streit mit der GEMA Millionen Musikvideos auf der Videoplattform. Stündlich verschwinden mehr und mehr Titel von der Website, weil sich das Google-Tochterunternehmen nicht mit der Verwertungsgesellschaft über einen angemessenen Lizenzpreis einigen kann. Betroffen sind die Major Labels EMI, Sony und Universal sowie weitere Independent Labels. Ähnliches ereignete sich bereits in Großbritannien.
Bislang hatte YouTube einen Vertrag mit der GEMA, der es dem Videoportal erlaubte, Filme mit der o.g. Musik spielen zu dürfen. Doch nun wolle die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte pro gestreamten Titel satte 12 Cent Lizenzgebühren. Das sei “Lichtjahre von marktfähigen Preisen entfernt”, erklärt Google-Sprecher Hennig Dorstewitz gegenüber der FAZ. So lägen die Kosten dann beispielsweise 50-mal so hoch, wie die der PRS in England.

Doch die GEMA gibt sich unschuldig. Man habe versucht, mehr Transparenz von YouTube zu erringen. Es sei schwer nachvollziehbar, welches Video wie oft angeklickt würde, solange die Daten zurückgehalten werden. YouTube scheint jedoch kein Interesse an einer derartigen Offenheit zu haben, spricht sogar davon, dass dies der GEMA einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil geben würde.

Um noch effektiver keine Musikvideos zu zeigen, arbeite man bei Google bereits daran, ein Content-ID-Tool zu entwickeln, sodass die Plattenfirmen selbst die Möglichkeiten bekommen, Dateien zu sperren. Eine sinnvolle Anwendung dieses Tools könnte sicherlich auch darin liegen, die Labels an den Werbeeinnahmen der Videos besser zu beteiligen.
Bei EMI, Universal und Sony sei man jedenfalls “sehr traurig” über die aktuellen Ereignisse.

Mehr als nachvollziehbar. Denn sind wir mal ehrlich: Von diesem Schritt profitiert keiner. Zwar ist die Aktion von YouTube rechtlich völlig korrekt anzuerkennen, denn würde man ohne Vertrag weiterhin Musik spielen lassen, müsste man mit hohen Strafen rechnen. Aber ohne Musik auf dem weltgrößten Videoportal können weder GEMA noch Plattenfirmen Geld verdienen. Sicherlich wird Google versucht haben, den Preis drastisch zu drücken, obwohl der Anstrum auf die Online-Streams stetig wächst – und eine Totalsperre hat auch auf der Insel für Furore gesorgt. Jedoch sollte man lieber zusehen die Profitabilität des Portals zu steigern und innovative Wege finden, um der Musikindustrie mit Abo- oder Werbemodellen aus der Krise zu helfen.
Im Endeffekt schadet die Sperre aber vor allem YouTube’s Community und seinem Image. Ist das Video an einer Stelle nicht zu finden, so wechselt die Jugend von heute fix zu anderen Anbietern, wie etwa MyVideo, das mit dem eigenen Musik-TV aufwartet.

via Süddeutsche Zeitung, FAZ.NET, netzwertig.com

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Diskussion

7 Kommentare für “YouTube sperrt Musik wegen GEMA”

  1. Von madonna | 02.04.09 08:22 Uhr
  2. [...] richtig wollte ich es nicht glauben, dass youtube nun anfängt Videos zu sperren. Stutzig machte mich die Meldung der sz-online, dass angeblich das Video zu "Viva la Vida" [...]

    Von Youtube zickt, aber sperrt nicht - jedenfalls nicht alles | myoon | 06.04.09 15:11 Uhr
  3. [...] rp-online sollen sich die beiden Streithähne Gema und youtube wieder in Verhandlungen befinden. Gema Vorstandsvorsitzender Heker stellt dabei ein baldiges [...]

    Von Gema und youtube wieder am Verhandlungstisch | myoon | 27.04.09 16:22 Uhr
  4. [...] Schlagzeilen, weil man bei den Verhandlungen mit der PRS for Music zu keinem Ergebnis gekommen war. Wie in Deutschland derzeit auch, wir berichteten, verbannte YouTube alle Musikvideos von seinen Seiten, weil die angesetzten [...]

    Von Britische GEMA senkt Preise | myoon | 27.05.09 13:46 Uhr
  5. [...] ist nicht der einzige Streit, der YouTube-Eigner Google anhängt. Immer noch ist man sich mit der GEMA uneins über die Vergütung für abgespielte Songs und in den USA lauert Viacom mit einer [...]

    Von Indies verklagen Google | myoon | 24.10.09 11:03 Uhr
  6. Deutschland ist das einzige Land in dem keine Musik von Sony auf YouTube darf! Das muss man sich mal vorstellen! Wie peinlich, und das nur wegen den Sesselfurzern von der GEMA.

    Von franzerl | 04.11.09 10:02 Uhr
  7. [...] Musikvideos werden zur Zeit bei youtube anscheinend geblockt, wie nirgendwo anders (siehe dazu Gema vs. youtube) Und nun launched Vevo sein HQ Majorlabelplattformgedöns, was uns aber gar nicht interessieren [...]

    Von Vevo is not available in your country | myoon | 11.12.09 13:14 Uhr
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