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AUDIO POVERTY
22.01.09 Eine Konferenz über Musik und armut
von Stephanie Nauber ⋅ kommentieren
Nie zuvor war Musik so reich vorhanden und leicht verfügbar wie heute – ein Reichtum, zumindest an Verfügbarkeit.
Der Kehrseite, nämlich einen Werteverlust der Musik, der das gesamte Musikleben betrifft, widmet sich die AUDIO POVERTY – eine Konferenz zur Lage der postökonomischen Musik. Vom 6. bis 8. Februar 2009 hält sie erstmals im Berliner Haus der Kulturen Einzug.
In Diskussionen und Vorträgen wird ein ganzes Wochenende lang die Lage der Musik zum Thema gemacht, wobei verschiedene Interessensvertreter aufeinander treffen und sich gemeinsam mit den aktuellen Fragen zur Musikökonomie, Rezeption und Produktion befassen werden. Unter den Teilnehmern befinden sich zahlreiche Musiker, Journalisten und Wissenschaftler, Vertreter der unabhängigen Tonträgerindustrie aber auch der Vorsitzende des Bundesverband Musikindustrie Dieter Gorny. Neben der verbalen Konfrontation verschafft sich die Musik selbst in DJ Sets, Konzerten, Klanginstallationen, Partys und Performances Gehör.
Die Kuratoren Björn Gottstein und Ekkehard Ehlers haben hier ein ebenso musikalisch vielfältiges wie außergewöhnliches Programm gestrickt, das allein beim Lesen schon Klang-Assoziationen auslöst: Unter anderem wird man auf „die lustvolle Zweckentfremdung elektronischer Kinderspielzeuge durch das Modified Toy Orchestra aus Birmingham, Gameboy-Pop, folkige Schumann-Interpretationen von Josephine Foster, Noise-Exzesse der US-amerikanischen Grenzgänger Hair Police“ stoßen. Einen besonderen Programmpunkt bilden fünf Musiker aus Wien, Berlin und Innsbruck: nach vorangegangenen vier Tagen Fasten- und Meditationszeit in einem buddhistischen Kloster, werden sie im Zustand geistiger und körperlicher Leere einen Satz aus Stockhausens „Aus den sieben Tagen“ aufführen.
Björn Gottstein studierte Musikwissenschaften in Köln, lebt in Berlin und ist als freier Musikjournalist und – Wissenschaftler insbesondere auf den Bereich der Neuen Musik spezialisiert und etabliert. Regelmäßig moderiert er die Radiosendungen „WDR 3: Studio Neue Musik“ und „WDR 3: Studio Elektronische Musik“ und ist als Musikkritiker der taz tätig. Seine Fachtexte und Rezensionen erscheinen in einer ganzen Reihe nationaler und internationaler Fachzeitschriften für Musik (u.a. in Positionen, Spex, Parergon, Dissonanz, Neue Zeitschrift für Musik, Accents), dazu ist er u.a. für das Netzwerk Neue Musik, in der Reihe Abenteuer Neue Musik des Deutschen Musikrats und das Goethe-Institut aktiv. 2006 wurde sein Buch „Musik als Ars Scientia“ veröffentlicht.
Zur AUDIO POVERTY befragten wir Björn Gottstein im Januar in Köln und sprachen in dem Zusammenhang über die Bedeutung der Veränderungen in allen Bereichen der Musik und die Situation von Labels und Musikschaffenden. Gottsteins Weg in die Musikwissenschaft und die Freiheit der Kritik sind weitere Themen im Interview.
Audio Poverty
Musik und Armut
A weekend of Discussions and Lectures, Concerts and Parties, Performances and Experiments
February 6–8, 2009
Haus der Kulturen der Welt, Berlin



















mich überrascht die itunes aussage der 85 %, die nicht verkauft werden. das ist doch einfach enorm. hier findet ja einfach nur eine umverteilung statt – das verhalten der masse bleibt und die bereitschaft, was anderes zu hören besteht nicht – ich hätte gedacht, dass in zeiten von lastfm auch songs von künstlern gekauft werden, die jetzt nicht massentauglich sind… oder gibt es einfach nur wenige “Gute”?
massentauglich ist falsch – ich meine “nicht so bekannt”
Dass ein Markt für die 85% existiert beweisen Modelle wie amiestreet ( http://blog.myoon.com/2008/02/26/das-vakuum-der-musikindustrie/ ).
Die Frage ist nur was die Bands daran verdienen, da sie sicherlich nicht auf Masse verkaufen können.
[...] Video Interview with Björn Gottstein at Myoon Blog. [...]
[...] unserem letzten Feature haben wir über die Audipoverty berichtet und uns mit Björn Gottstein, einem der Kuratoren über [...]
Das ist sehr interessant und gehört meiner Meinung nach sogar auf die UbuWeb. (Sammlung Avantgardistischer Künstler). Ein interessanter Bericht darüber habe ich auf BONZ bloggt gelesen:
http://bonz.ch/blog/?p=665
poetische Grüsse