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Joe Satriani klagt Coldplay an

22.12.08 If I could fly vs. Viva la Vida

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Das Album Viva la Vida von Coldplay ist für sieben Grammys nominiert worden. Das schien dem Gitarrenheld Joe Satriani gar nicht gut gefallen zu haben. Satriani ist der Ansicht, dass “substantielle Teile” des Titelsongs des Albums “Viva la Vida” ein Plagiat seines Songs “If I Could Fly” seien.

Satriani strebt einen Geschworenenprozess in Los Angeles an und verlangt Schadensersatz, so wie eine Gewinnbeteiligung von Coldplay.

Es gibt im Netz bereits einige Reaktionen auf den Vorwurf.

Ich persönlich muss sagen, dass mich Satriani enttäuscht mit einem solch lächerlichen Vorwurf. Jeder Musiker lässt sich inspirieren und übernimmt gewisse Phrasen. Das sollte insbesondere Satriani wissen. Er selbst ist ein ausgezeichneter Gitarrist, kann aber aufgrund seines permanenten Dudelzwangs keinen Sänger an seiner Seite ertragen. Er selbst hat es probiert mit dem Gesang, hat sich aber nicht mit Ruhm bekleckert dabei. Für mich einer der Absteiger des Jahres mit dieser Aktion.

via musiker-online.de

Diskussion

10 Kommentare für “Joe Satriani klagt Coldplay an”
  1. naja, wenn es ganz sicher seine melodien sind, dann ist es doch fair wenn er vom großen kuchen coldplay ne ecke abbekommt. ist doch doof wenn der coldplay medienaparat alles bekommt und er nichts. ich nehme an er hat es vor der klage auch über gewöhnliches fragen versucht.

    Von Plemo | 22.12.08 10:30 Uhr
  2. Hi Plemo, nach mehrmaligem Hören beider Songs muss ich wohl sagen: für einen Musiker sind die Ähnlichkeiten nicht zu überhören. Ich bin gespannt wie die Sache ausgeht.

    Von Chris | 22.12.08 11:30 Uhr
  3. ist hauptsächlich spannend sowas. finde ich. ich habe immer so ein mitleid mit den alten. ;)
    im moment wird ja soviel gestritten darüber wie man mit geistigem eigentum umgehen soll, und ob es sowas wie geistiges eigentum überhaupt gibt. ein schlimmes thema. jedes kind das in der schule mal erlebt hat wie es sich anfühlt wenn ein mitschüler einem die idee klaut und damit auch noch mehr aufmerksamkeit bekommt als man selber kennt das. mal sehen was sich da in den nächsten jahren noch so ergibt.

    Von Plemo | 22.12.08 11:43 Uhr
  4. jeder musiker übernimmt ständig ideen anderer. das kann man ja gar nicht vermeiden. ganz oft natürlich unbewusst. siehe/höre dazu hier:
    http://plemo.blogsport.de/2008/12/15/deichkind-vs-the-beloved/

    Von Plemo | 22.12.08 11:45 Uhr
  5. Angeblich soll auch Gary Moore seinen Superhit “Still got the Blues” geklaut haben: http://www.welt.de/kultur/article2822958/Gary-Moore-klaute-Still-got-the-Blues.html

    Interessant dabei ist, dass er bahauptet den Song von dem Ankläger (ein deutscher) nie gehört zu haben.
    Tatsächlich hat das Stück nie den weg auf einen Tonträger gefunden, sondern wurde nur Live und einmal im Radio gespielt. Trotzdem soll die Ähnlichkeit frappierend sein.
    Moore hat zu der Zeit in Bonn gelebt.

    Der Bundesgerichtshof hat im November 2008 entschieden, dass die Übernahme kleinster Sequenzen eine Urheberverletzung darstellt.
    Auch ein unbewusstes Kopieren stellt laut dem Urteil eine Urheberrechtsverletzung dar.

    Das ist ein sehr interessantes Urteil. Musik an sich lebt von der Kopie und Erweiterung von vorhandenem Material. Und bei den tausenden von klanglichen Eindrücken wird es wohl sehr schwer für einen Musiker sein Unterbewusstes unter Kontrolle zu halten. Im Fall von Coldplay denke ich, dass es sich um ein bewusstes Kopieren handelt. Der Fall Gary Moore ist da allerdings sehr mysteriös. Was, wenn er den Song wirklich nicht gehört hat?

    Auch die Glühbirne und andere Erfindungen sind zeitgleich “erfunden” worden. Heute wird Edison gefeiert. Eigentlich war Tesla schneller (und vielleicht auch besser). Aber Tesla hat auch nie wirklich Geld verdient. Sehr ähnlicher Fall.

    In der Antike und auch später wurde Musik und andere Kunst als Eingebung gesehen und die Künstler waren die Vehikel. Die Musik damit ein Geschenk an die Menschheit. Es gibt wohl unzählig viele Musiker auf der Welt die am Puls kleben und absolut phantastische Sounds erschaffen, aber es nie an die Öffentlichkeit bringen, warum auch immer. Diese Thema ist eigentlich eine wirkliche Diskussion wert …

    Von Chris | 22.12.08 12:03 Uhr
  6. zu dem thema gary moore hat renate was in seinem blog gepostet:
    http://dertanterenate.blogsport.de/2008/12/17/scheint-ja-gerade-mode-zu-sein/

    ich sehe das eigentlich so ähnlich wie du. ja, es muss halt ein umdenken passieren. was ist eine eingebung? ein nichtvestandenes unbewusstes verarbeiten von gegebenen umständen? das ergebnis könnte dann musik oder ein bild oder ähnliches sein. musik ist natürlich auch voll konstruierbar. aber woher kommt die melodie die man beim spazieren gehen auf einmal im kopf hat? erinnerung + geistesblitz ? das wäre möglich. wenn man musik als produkt von eingebung sieht, dann wäre wohl ne musiksteuer die dann proportional an künstler ausgezahlt wird das klügste. aber dann muss ja auch der taube mensch steuern für musik zahlen. ach, was solls? ich habe dieses jahr geld von der gema bekommen. ich weiß gar nicht wo die das hergezogen haben. aber gefreut habe ich mich über das “weihnachtsgeld”. in dem sinne “fröhliche weihnachten” :)

    Von Plemo | 22.12.08 12:20 Uhr
  7. Nicht zu glauben eigentlich, dass Moore das nicht gekannt haben soll. Ich wüsste zu gern ob, oder ob nicht. Das würde mich persönlich weiterbringen …

    Von Chris | 22.12.08 22:57 Uhr
  8. Ich weiss nicht ob Satch da etwas überreagiert. Aber in einem Interview hat er dazu gemeint er habe die Band und das Management von Coldplay mehrmals kontaktiert und keine Antwort erhalten. So habe er halt Klage eingereicht. Dansch hat sich die Band dann wohl doch zu einem Statemant genötigt gefühlt. Nun ja, wenn das so gewesen ist, ist das natürlich auch nicht die “feine Englische” mal abwarten und schauen was passiert…

    Von Walzer P. | 06.01.09 16:50 Uhr
  9. Was ist das für eine Gegenüberstellung “…er kann wegen Dudelzwangs keinen Sänger ertragen…” “…hat es versucht und sich selbst nicht mit Ruhm bekleckert…”.
    1. Als großer Satriani-Fan muß ich sagen, daß es nettes Experiment und Überraschung vom Meister war, selbst gesungen zu haben auf Songs wie “Big bad moon” oder “I like the rain”. Sein Trademark und seine Persönlichkeit als Musiker ist es aber Geschichten mit seiner Gitarre zu erzählen bzw. seit eh und je das instrumentale Konzept, für das ihn seine Fangemeinde und viele die ihn nicht bewußt hören aber wahrnehmen schätzen. Daß er kein Freddy Mercury ist, weiß er selber und wer so viele Horcher und Musiker beeindruckt, beeinflußt und überzeugt hat muß es auch nicht sein.
    2. Es wäre interessant zu wissen, ob er eine Einigung mit Coldplay angestrebt und nicht erreicht hat, oder ob er gleich zu seinem Anwalt gerannt und denen ein Klage an den Hals gejagt hat.
    Ich finde, daß es schwer ist, musikgeschichtlich betrachtet, wirklich “unike Melodien” zu entwickeln. Leute wie Satriani und Coldplay, die Teil einer Millionen-Industrie sind, arbeiten mit Managern, Produzenten und Toningenieuren, die sehr wohl in der Lage sind einzusehen was geklaut und was nicht geklaut ist. Einer Schülerband aus der Highschool so was um die Ohren zu hauen wäre definitiv überzogen, wer aber auf so hochem Niveau aggiert sollte schon wissen was die Konkurenz macht.

    Von MieHau | 25.01.09 17:01 Uhr
  10. [...] Meinung nach geht es ihm nur um die Publicity und zudem will er ein Stück vom großen Coldplay -Kuchen [...]

    Von Satriani-Anwälte wollen Coldplay bei den Grammys nerven | Musiktipps24 - Deine Musik im Web | 06.02.09 14:59 Uhr

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