Music Business

Netzstimmen zum offenen Brief der Musikindustrie an die Kanzlerin

03.05.08 Das Ärgernis des Prof. Dr. Thomas Hoeren

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Seit Veröffentlichung des offenen Briefes der Musikindustrie an die Kanzlerin gibt es im Netz viel Bewegung und Stellungsnahmen im Netz.

Der vorläufige Showdown findet mit Hilfe der Kommentarfunktion des Beck Blogs statt.

Ausschlaggebend ist der Artikel “Worüber ich mich ärgere: Der offene Brief der Musikindustrie” von Prof. Dr. Thomas Hoeren, ein bekannter deutscher IT-Rechtler.

Gegenspieler ist Stefan Michalk, der Geschäftsführer des Bundesverbands der Musikindustrie.

Eine zusätzliche Stellungnahme von Prof. Hoeren finded sich bei jetzt.de

Beachtenswert ist, dass bei der Fülle von Artikeln und Kommentaren fast durchgehend ein großer Groll gegenüber der Musikindustrie zu spüren ist, ohne genau zu differenzieren von wem der ursprüngliche Brief ist und wer sich gar rausgehalten hat.

Es bleibt zu hoffen, dass nicht die falschen darunter zu leiden haben. Anstelle der Verbände und kleinen Labels wäre ich sehr vorsichtig mit meinen Formulierungen. Hier entsteht ein immenser Imageschaden für Industrie und Künstler, der vielleicht nicht mehr so schnell zu reparieren ist.

Wenn Kunden unzufrieden sind, dann sollte man vielleicht hinhören und nicht ständig an der Hand nagen die einen füttert.

Folgende Themen werden angesprochen:

  • Kriminalisierung von Kopien, trotz rechtmäßigen Erwerb
  • Einsatz von Kopierschutz, obwohl private Kopien für den Eigengebrauch legal sind
  • Nicht Abspielen von gekauften CDs wegen Kopierschutz
  • Überzogene Preismodelle
  • Erhebung von GEMA Gebühren bei dem Erwerb eines Computers, CD-/DVD Brenners und Rohlingen (auch wenn die Rohlinge für andere Zwecke gedacht sind)
  • Nennung falscher und unsinniger Zahlen als Beweisführung im Brief an die Kanzlerin (70% des Datenverkehrs ist illiegales Filesharing)
  • Zunehmend schlechte Qualität der produzierten Titel
  • Abmahnwellen und kriminalisierung von Jugendlichen
  • Das Versäumnis der Industrie tragfähige Konzepte zu erarbeiten, Musik über das Internet sinnvoll zu vertreiben
  • Platzierung von Rootkits auf CDs

Folgende Stimmen im Netz haben sich zum Thema geäussert:

Diskussion

Ein Kommentar für “Netzstimmen zum offenen Brief der Musikindustrie an die Kanzlerin”
  1. ich weiss schon wie eine lösung im sinne des bundesverbandes aussehen würde:
    nicht nur den wiederholungstätern das internet sperren, sondern das doofe netz komplett abschaffen, dann kann der musikmarkt wieder schön kanalisiert werden.

    denn na klar verlieren die “superstars” des pops einen haufen käufer, allerdings liegt das nicht an den bösen filesharern, sondern der möglichkeit im internet auf tausende bands und musiker zu stossen, die einfach bessere, authentischere musik machen.

    es sind die nieschen die den majors zu schaffen machen.
    künstler die ohne riesige marketingmaschienerie ihre fans finden und hörer die keinen bock mehr auf den einheits-radio-und-musikfernseh-brei haben.

    früher war es halt noch einfach: man pusht eine band und der weltweite erfolg stellt sich dank der 2 einseitigen kanäle radio und fernsehen von alleine ein – tja, so einfach ist es leider nicht mehr, jetzt kann man ins kissen heulen und briefe an angie schicken oder halt einsehen das die zeiten sich ändern.

    ach ja, und das was die bösen filesharer machen gibt es seit zig jahren, oder hattet ihr für eure walkmans nur originalkasetten?

    Von shortee | 05.05.08 13:48 Uhr

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