Allgemein

myoon: “Hey B., its me.”

“Hey B., its me.”

22.02.08 Personifizierter Wahlkampf in Perfektion

von Jörn Goetze  kommentieren

Der US – amerikanische Wahlkampf tritt allmählich in die heiße Phase und die ganze Welt fragt sich: Wen werden die Demokraten als Präsidentschaftskandidaten nominieren?
Die erfahrene Technokratin Hillary Clinton oder den smarten Barack Obama.
Egal, wer von beiden ins Rennen um den Einzug ins weiße Haus geschickt wird, eins steht schon jetzt fest:

Der bis vor kurzem als Außenseiter gehandelte Obama, überzeugt mit seinem "change" die Anhänger der Demokraten und bringt durch seine unverbrauchte und scheinbar ehrliche Art das Clinton-Wahlkampfteam mächtig ins Schwitzen.

Obama wird wie ein Popstar verehrt, seine "legendäre Rede" nach dem Sieg über Hillary Clinton in Iowa kursierte durch sämtliche Videoplattformen und wurde mehrfach mit Musik unterlegt.

Eigentlich steht jetzt schon fest, wer als Mann des Jahres 2008 die Cover diverser Magazine schmücken wird.

Wie viele andere Künstler rührt die Sängerin Amber Lee Ettinger mit dem originellen Namen Obama Girl für den Überflieger kräftig die Werbetrommel. Die Amis machen das seit Jahren professinell wie keine andere Nation und zeigen dabei dabei viel nackte Haut.

Natürlich ist das Obama Girl jung und sexy und weiß ihre Rundungen gut zur Schau zu stellen.
Trug sie 2004 noch John Kerry T-Shirts, so hat sie sich wohl dieses Jahr Obamas Initialen über`s Arschgeweih tätowieren lassen.
Selbstverständlich hat sie "B`s" Telefonnummer und quatscht ihm lasziv den Anrufbeantworter voll. Im knappen Bikini posiert sie wie ein Groupie vor ihrem Kandidaten und preist sein Sexappeal. Wer würde das schon für Hillary Clinton tun?

Die Frage, die sich mir dabei stellt ist: Steht sie politisch wirklich hinter ihrem Star oder ist sie nur auf die "Obama-Maniewelle" aufgesprungen, um selbst ein dickes Stück vom Kuchen abzugreifen? Für mich scheint zweites zuzutreffen.
Wer Obama googelt landet letztendlich beim "Obama Girl". Das schafft Aufmerksamkeit und eventuell auch den musikalischen Erfolg.

Demokratisch, sexy, cool. Das lässt sich momentan in den USA gut verkaufen. Doch bei aller Begeisterung für den Shooting-Star des amerikanischen Politikrummels, sollte man doch auch einmal Obamas politisches Programm kritisch unter die Lupe nehmen.

Amerika braucht kein smartes Gesicht, das den typischen Wunschschwiegersohntypen entspricht. Amerika braucht eine starke Persönlichkeit, die Bush`s politisches Erbe in vernünftige Politik umwandelt.

Anzeigen
Netzwerken
Verwandte Artikel

Diskussion

8 Kommentare für ““Hey B., its me.””

  1. Amerikaner sind, was sie sind: Kolonisten. Und reagieren auf alles, was sie meinen, gut zu finden. Dabei ist Amerika schon längst von China und Europa (und demnächst von vielen anderen Nationen) als Wirtschaftsmacht abgelöst. Nur der Rüstungsetat ist immer noch rekordverdächtig. Wir sollten uns fragen, wie wir die Amis wieder entwickeln können.

    Von frank.branca | 22.02.08 21:00 Uhr
  2. Schande bloss das das Girl nicht waehlen war bei den Vorwahlen in New York am Super Dienstag.

    Bestaetigt also die theorie des Auspringens.

    Viel Schoener.Ich versteh kein Wort , aber egal.
    http://www.youtube.com/watch?v=0fd-MVU4vtU

    und natuerlich

    http://www.youtube.com/watch?v=2fZHou18Cdk

    Nun aber zu den Fakten.
    http://www.barackobama.com/pdf/ObamaBlueprintForChange.pdf

    Von timbumeck | 22.02.08 22:59 Uhr
  3. @frank.branca
    was meinst du mit "wie wir die Amis wieder entwickeln können"?
    Sie wählen schon den, oder die richtige, obwohl Hillary wohl bald das Handtuch werfen wird. Obama hat bereits 1 million Spender mobilisiert und wer weiss wie der Dollar im Endspurt rollt. Da geht was gegen das establishment und ein schwarzer Präsident, der noch nicht mal damit auf die Kacke haut, würde ein Ausatmen bedeuten. Nach dem Motto:

    - Lasst uns mal acht Jahre scheisse aufarbeiten. – Leicht hat es die nächste Nr.1 nicht – Merkelchen durfte sich immerhin an Schrödis Aufschwungtaten erfreuen.
    Dem nice face traut man es jetzt zu. Freuen wir uns auf mehr Obama.
    Und wenn es mit Obama Girl sein muss, dann eben auch dass. Beides sind ein Traum, ein politischer, Traum der heisst Macht und der andere Traum ist doof, weil ups ich bin sexy und in barack verliebt. Bestimmt eh nur show, aber ne blöde. Marylin Monroe war sexy!!!
    Ich muss halt komischerweise beim Anschauen des videos an den längst vergessenen Praktikantenskandal im oval office denken. Wie da Monica ihren Bill anschaute und sie sich herzten…

    mmhhhh.-)

    Von Jörn Goetze | 22.02.08 23:22 Uhr
  4. @ timbumbeck

    besondern link 3 liest sich gut. Wenn es da nicht die Realität gäbe, würde ich sagen: Ja, der macht das. Politik ist auch im Weißen Haus ein Finden von Kompromißen. Es wird verhandelt.
    Ich glaube nicht daß Obama die ersten vier Jahre dazu kommt, seine Liste abzuarbeiten. Ob aussen -als auch innenpolitisch, da hat Bush jr. ganze Arbeit geleistet – ein Meisterwerk der falschen Politik. Erstmal hätte Obama die Mehrheit im Senat und Kongress hinter sich, doch wie schnell fallen Mehrheiten.

    Die Videos sind natürlich um weiten besser als mein “werbetrailer” für B. :-), besonders das erste video spricht ja die Gruppe in den USA an, die bald den Präsidenten selbst stellen könnten, würden sie denn alle wählen. Das zweite ist schöner Pop gepaart mit geistreicher Sprache. thx

    Von Jörn Goetze | 23.02.08 00:17 Uhr
  5. Hey, wir werden ja richtig politisch. Mal angenehm ernsthaft, wenn man die Qualität so mancher Kommentare im Internet liest…;-)

    Was heißt “Amerikaner entwickeln?”
    Seht: wieviele Millionen werden NUR für den Wahlkampf ausgegeben und für einen möglichen Präsidenten, der letztlich die Rolle eines Schauspielers hat (Reagen läßt grüßen). Diese uneffiziente Schauspielerei und “allokation der Ressourcen” ist typisch amerikanisch.
    Bevor ich weiter ausschweife: Obama ist sicherlich “ganzheitlich” gesehen die bessere Wahl, weil er viele multikulturelle Schichten (mit Migrationshintergrund;-)) wieder stark motivieren wird, die letztlich eine Veränderung in den USA bewirken können, in welcher Richtung auch immer. Fazit: Obama ist für die Evolution der Amerikaner besser. Und sCHLUSS JETZT:

    Von frank.branca | 23.02.08 10:30 Uhr
  6. mannomann. die letzte karte wird gezogen. jetzt kommen die titten raus. ich finde ja immer, dass alles so seine existenzberechtigung hat, deshalb fallen mir die folgenden worte auch schwer…hase, pack die titten ein und geh nach hause.

    Von Silvia Knips | 23.02.08 11:58 Uhr
  7. @franka.branca: du zeigst ja schön ausgebildete antiamerikanische züge. ich denke das r.-wort, spreche es, um mir eine unfruchtbare diskussion, die auch sicher nicht hierher gehört, zu sparen, aber nicht aus. lustig, dass so ein kommentar unter einer meldung steht, mit der er nix zu tun hat. nunja, auch politisch nicht nachdenkenden sei ihre logorrhoe gegönnt. und dann noch evolutionstipps für “die amis” einfordern. aber dass die welt am deutschen wesen genesen soll, das wussten ja schon unsere urahnen. ekelhaft!

    zum thema: obama-girl ist ja nur eine facette des pop-wahlkampfes. ich habe selbst bei meinem arbeitgeber schon zum thema geschrieben (@jörn/myoon: wenn da interesse an einem austausch besteht, einfach mal melden), musikalisch gibt es da ja durchaus interessante produktionen, wie z.b. die adaptierte “yes we can”-rede. interessanterweise wird ja eher obama von musikern & schauspielern unterstützt als clinton. dabei denke ich, sollte man den einfluss von diesen prominenten unterstützern auf das wahlverhalten nicht überschätzen. allerdings ist es interessant zu sehen, wie das pop-element im us-wahlkampf immer wichtiger zu werden scheint.

    ansonsten bin ich der meinung, dass sich myoon auf die musik beschränken sollte und den politischen kommentar außen vor lassen sollte. my 2 cents.

    Von mightymightymatze | 24.02.08 15:54 Uhr
  8. p.s.: wer die fähigkeiten eines obama im wahlkampf in bester manier sehen möchte, sollte sich die rede ansehen, die dem “yes we can”-clip zu grunde liegt.

    http://youtube.com/watch?v=Fe751kMBwms

    man muss das nicht ganz ansehen, aber die letzten drei minuten sind rhetorisch großartig.

    @admin: funktioniert in den kommentaren html?

    Von mightymightymatze | 24.02.08 16:05 Uhr
Füge einen Kommentar hinzu