17.02.08 Über den Chapman Stick®
von Chris ⋅ kommentieren
Auf den Stick bin ich vor vielen Jahren durch die Band King Crimson gekommen. “Discipline” war meine erste Scheibe der Band. Der Song “Elephant Talk”, gespielt von Tony Levin, ist vielleicht der legendärste aller Stick-Songs:
Ich fand diesen Sound damals so cool, dass ich über Monate versucht habe ein solches Instrument in die Finger zu bekommen. Das muss um 1994 gewesen sein. Bei Music Store in Köln habe ich durch Zufall so ein Instrument gefunden (einen 10-Seiter Rosewood - damals 2.000 DM). Als ich ihn kaufen wollte, war er schon weg.
Nach mehreren Wochen konnte ich dann bei ebay einen ersteigern. Gleiches Modell, Seriennummer 916. Da ich jahrelang Erfahrung im Gitarre und Bass spielen hatte war ich begeistert beide Möglichkeiten in einem Instrument zu haben.
Was ist es also an diesem seltsamen Instrument, dass eine so große Anziehung auf viele Musiker hat?
Der Chapman Stick ist ein elektrisches Saiteninstrument und besteht praktisch nur aus dem Griffbrett. Das Standardmodell hat 10 Saiten, es gibt aber auch den “Grand Stick“, er besteht aus 12 Saiten (und inzwischen auch einige andere Modelle).
Die tiefen Basssaiten liegen in der Mitte und zu den Enden befinden sich die Diskantsaiten. Wegen des breiten Tonspektrums gibt es zwei voneinander getrennte Verstärkerausgänge, einmal für die Bass- und einmal für die Diskantsaiten. Das wesentliche an dem Instrument ist, dass es nicht gezupft wird, sondern getappt. Beim “Tapping” schlägt man mit den Fingern auf die Saiten. Diese Technik hat auch “Eddie” van Halen bei dem legendären Solo von Jump auf der Gitarre eingesetzt. Köstlich.
Der Sound ist dabei eine Mischung aus Gitarre, Bass und Klavier. Gespielt wird dabei mit bis zu 10 Fingern. Das macht das Instrument so interessant. Es ist möglich Bass, Melodie und Akkord gleichzeitig zu spielen. Bis man dieses Instrument beherrscht muss man lange und diszipliniert üben.
Hier sieht man was ich meine …
Erfinder dieses sonderbaren Instrumentes ist Emmett Chapman, ein Jazz Gitarrist aus Los Angeles. Das Instrument wird seit 1974 kommerziell hergestellt und es wurden laut Wikipedia bisher 5.000 Stück verkauft. Hergestellt und vertrieben wird das Instrument von Stick Enterprises Inc., der Firma von Emmett Chapman.
Die Instrumente werden auf Bestellung gefertigt. Damals war es für viele aufregend ein Instrument zu bestellen, da einem nicht viel anderes übrig blieb als in den USA anzurufen, um dann mehrere Wochen auf die Fertigstellung zu warten. Qualität hat seinen Preis. Vielleicht gibt es mittlerweile einen deutschen Vertrieb? Weiss das einer?
Wenn auch das Instrument weitläufig unbekannt ist, bin ich sicher, dass fast jeder einen Song kennt wo es gespielt wurde. Z.B. in dem Song Shock The Monkey “Don´t Give Up“ von Peter Gabriel spielt Tony Levin den Stick. Tolles Stück.
Hier eine kleine Auswahl bekannter Alben mit Stick-Sound:
In deutschland gibt es eine kleine aber feine Community der Stickisten: www.chapman-stick.de. Hier gibt es auch eine Liste einiger deutschen Stick-Spieler, wie auch ein Forum. Wer sich für den Erwerb eines gebrauchen Sticks im deutschsprachigen Raum interessiert ist mit Sicherheit gut aufgehoben im Forum eine Anfrage zu stellen.
Weiterführende Links:
“Chapman Stick” und “The Stick” sind eingetragene Warenzeichen von Stick Enterprises Inc.
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wirklich einmalig der sound: so, wer meldet sich und sagt, er kennt vergleichbares?
Her damit!
auch schön :D
http://youtube.com/watch?v=UJSEaxJalco
mh.. embedden im kommentar geht also nich ^^
Das würde ich gerne mal live hören!
Ich auch, ylva. Hat jemand Infos, wo dies oder ähnliches möglich ist?
@frank.branca:
schau z.b.mal hier: http://www.myspace.com/hanshartmann
sehr schöne musik und regelmäßige auftritte, wenn du mal in berlin bist :)
auch wenn ich das können wertschätzen kann, für mich als alten dreiakkordfetischisten ist der sound zu “prog”. aber interessant, das so ein thema hier aufgegriffen wird.
Mein Lieber Freund Guido hat mich zu dieser Musik geführt! Ein Musikjunkee ,der immer was zum Vorspielen hat. Das nene ich Musikstd. und zwar Privatunterricht!
Supergeil! Mit Grüßen von
Octo Wallace (Morgen landet die Neue Platte in Düsseldorf)
Hallo Peter,
ich hoffe unsere Redaktion bekommt ein Exemplar Eures neuen Werkes?
Hallo,
schöner Artikel zum Stick (wirklich ein tolles Instrument). Eine Anmerkung habe ich aber: Der Bass auf “Don’t Give Up” kommt nicht vom Stick. Das war vielmehr der “Super Wonder Nappy Bass”, wie Tony Levin ihn getauft hat (nachzulesen in seinem Buch “Beyond The Bass Clef”). Das war sein Music Man Bass, mit einer Windel (daher “Nappy”), die er zum Dämpfen unter die Saiten gestopft hatte.
Viele Grüsse,
Johannes
Stimmt, stimmt davon hatt ich gelesen. Fehler meinerseits. Hast Du, Johannes, ein Beispiel welche Basslinien bei Gabiel mit dem Stick gespielt sind?
Hallo Christian,
vielen Dank für den Link auf chapman-stick.de.
Mit dem Hinweis auf den “Don’t give up”-Bass ist mir Johannes ja zuvorgekommen. “Beyond The Bass Clef” ist übrigens in jeder Hinsicht sehr lesenswert. Auf dem ganzen “So”-Album ist meines Wissens kein Stick zu hören.
Aber z.B. auf “I don’t remember”, “Shock the monkey” und “D.I.Y.” spielt TLev Stick.
Auch bei “Solsbury Hill” habe ich ihn schon am Stick gesehen.
Selbst mit geschultem Ohr ist es nicht immer einfach, den Stick rauszuhören, wenn er nur als Bass verwendet wird.
Viele Grüße
Karsten
Hallo Karsten,
danke für Deinen Hinweis.
Wir haben schon viele Anfragen bekommen. Hast Du einen Konzertipp oder gar einen besonderen CD-Tipp für uns?